Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen

IPSA SCIENTIA POTESTAS EST

Amelie und das Biest

Ein Blick hinter die Kulissen des Naturtheaters – aus Sicht der Gabel

Doch was passiert während der Vorstellung eigentlich hinter den Kulissen? Amelie Schlosser (6c), spielt seit 2014 selbst mit, dieses Jahr eine Gabel im verzauberten Schloss. Vor der Vorstellung wird jedes Mal ein Kreis gebildet, wie uns Amelie erzählt. Zuerst werden allgemeine Dinge geklärt, wie zum Beispiel wer die Umkleidekabinen putzen muss. „Danach“, erzählt Amelie, „wird unser Ritual durchgeführt. Zuerst sagen alle: Wir sprechen LAUT, DEUTLICH, LANGSAM. Wir sprechen noch LAUTER, DEUTLICHER, LANGSAMER.“ Danach atmen alle 3 Mal tief ein und aus. Dann ruft Ela, die die Zauberin spielt: „In bocca al lupo!“, was so viel heißt wie „Hals- und Beinbruch“. Dann gehen alle zu ihren Anfangspositionen und warten auf den dritten Gong. Nachdem der Erste Vorsitzende Rainer Kurze eine Begrüßungsrede gehalten hat, geht es los.

Schminken

In bocca al lupo

Alle warten auf ihren Auftritt und häufig wird währenddessen noch ein wenig getuschelt. Amelie: „Wenn das Mikrofon schon angeschaltet ist, können dich alle Zuschauer hören. Ist mir zum Glück bisher nur an Proben passiert.“ Während die einen Rollen sehr lange Pausen zwischen ihren Auftritten haben, müssen sich die anderen beeilen. Belle (die Schöne) muss sich dieses Jahr vier Mal umziehen, was sich bei den schönen Kleidern aber lohnt. „Letztes Jahr hatte ich nur einen richtigen Auftritt. Da konnte ich zwischendurch auch mal in die Umkleide oder aufs Klo gehen. Das geht dieses Jahr nicht, da ich fast die ganze Zeit auf der Bühne stehe“, erzählt uns Amelie.

"warm up" und Mikroprobe 

Nach der Pause wird’s lockerer

Nach der ersten Hälfte des Stückes ist eine 20-minütige Pause. Dann können die Schauspieler Hot Dogs essen, sich in der Kantine ausruhen, aufs Klo gehen, oder sich einfach auf den zweiten Teil vorbereiten. Für die Schauspieler gehen die Pausen wie im Flug vorbei und sie müssen sich wieder auf ihre Positionen begeben. „Oft müssen hinter der Bühne die Mikrofone getauscht werden, da es zu wenige gibt“, erklärt uns Amelie. Der dritte Gong, und es geht auch schon weiter. Hinter der Bühne wird es wieder ruhiger und die Schauspieler müssen sich konzentrieren. „Der zweite Teil ist meistens ein bisschen lockerer gespielt, da sich die Schauspieler schon mit dem Publikum vertraut gemacht haben“. Nach dem Schlussapplaus und der Zugabe ist das Stück zwar vorbei, aber die Kinder können trotzdem noch etwas erleben. Außerhalb der Zuschauerhalle können sich die Kinder Autogramme von den Schauspielern holen. „Wenn es warm ist, will man sich am liebsten sofort umziehen und gar nicht lange Autogramme schreiben, weil es in den meisten Kostümen sehr heiß ist“, sagt Amelie uns. Nach ungefähr 20 Minuten dürfen die Schauspieler dann hinter die Bühne gehen. Doch dort muss noch einiges getan werden. „Als erstes räume ich meistens meine Requisiten auf. Dann gehe ich mich umziehen, dann mein Mikrofon abgeben, mich abschminken und das war's.“ So sieht also ein Tag im Naturtheater hinter den Kulissen aus.

"Autogrammstunde" nach der Vorstellung

Amelie Schlosser, Lilli Klüppel


Marc Schlagenhauf  |  Stand: 02.08.2017