Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen

IPSA SCIENTIA POTESTAS EST

Rückblick (Aarau-Austausch)

Rückblick aus Reutlinger Sicht

Hervorragend funktioniert der Klassenaustausch unserer sechsten Klassen mit der Bezirksschule Aarau. Seit 1988 haben mehr als insgesamt 4000 Schülerinnen und Schüler jeweils drei Tage gemeinsam in Aarau und in Reutlingen verbracht und ohne große fremdsprachliche Barrieren viel über ihre Partner im Ausland erfahren und gelernt. Darüber hinaus treffen sich jedes Jahr die besten Sportler der beiden Schulen (Klassen 8 + 9) zu einem sportlichen Kräftemessen in verschiedenen Disziplinen. Insofern ist unser Austausch eine, wenn nicht gar die wichtigste Säule in der Städtepartnerschaft Reutlingen-Aarau.
Wir am Listgymnasium sind dankbar für die positive Kraft dieser Begegnungen: Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern lernten sich kennen und meisterten gemeinsam auch schwierige Situationen und suchten in gegenseitigem Respekt nach der angemessenen Lösung. Auch die Lehrerkollegien der beiden Schulen profitierten. Immer wieder erhielten die Lehrkräfte die Gelegenheit, einander im Umgang mit den Klassen über die Schulter zu gucken, Lehrpläne und Strukturen zu vergleichen und manchmal auch ganz einfach der Gemütlichkeit zu frönen...
Es ist erfreulich, dass wir im Jahre 2012 bereits das 25-jährige Jubiläum dieser Partnerschaft feiern können. Wir hoffen, dass wir diese Erfolgsgeschichte weiter schreiben können.
Reiner Linsenbolz

 

Rückblick auf den Beginn aus Aarauer Sicht

Seit 1987 haben mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler, Hunderte von Eltern und Familienangehörigen und mehr als hundert Lehrkräfte an den Schülerbegegnungen des Reutlinger Friedrich-List-Gymnasiums und der Aarauer Bezirksschule teilgenommen. Im Frühling 2012 treffen sich die beiden Schulen zum fünfundzwanzigsten Mal.
Als 1986 die Aarauer Schulpflege die Lehrerschaft aufforderte, nun mal „etwas mit Reutlingen zu machen“, dachte wohl kaum jemand, dass aus einem ersten Briefkontakt eine Begegnungstradition entstehen würde. Oberbürgermeister Oechsle und Stadtammann Meyer hatten feierlich die Urkunden der Städtefreundschaft unterzeichnet und diesen Akt nachher (vielleicht auch schon vorher!) entsprechend feierlich begossen. Nun sollten wir „da unten“ das zarte „Pflänzlein“ hegen und pflegen.
Als junger Deutschlehrer war ich auf der Suche nach realitätsnahen Schreibanlässen und hier bot sich eine Gelegenheit. Anlässlich der Aarauer Literaturtage besuchten wir Reutlingen und ich legte Oberstudiendirektor Ernst-Reinhard Beck (beim List-Schuljubiläum im Oktober 1987)meinen Plan vor: Eine Aarauer Klasse nimmt Briefkontakt auf mit einer Klasse des Friedrich-List-Gymnasiums. Drei Wochen später erreichte uns ein riesiges Couvert: Drei (!) Klassen aus Reutlingen suchten Brieffreunde an der Bezirksschule und jeder Schüler hatte bereits einen Steckbrief verfasst. Eiligst machte ich mich auf die Suche nach zwei Kollegen, die mit ihren Klassen ebenfalls am Austausch teilnehmen sollten.
Zwei mutige Frauen, Silvia Eichenberger und Gabriele Claassen, traten mit mir und unseren Klassen zwei Monate später die Reise nach Reutlingen an: Nun wollten wir die Partner/-innen während drei Tagen persönlich kennenlernen! Schon auf  dem Bahnsteig wurden wir herzlich empfangen. Die Klassen von Ursula Henke, Cornelia Rottke-Fielsch und Hanspeter Romer hielten Willkommensplakate in die Höhe. Eine gewisse Scheu musste aber dennoch überwunden werden, bis jeder seinen Partner gefunden hatte und manch einer hatte wohl ein leicht mulmiges Gefühl. Aber dieses wich schnell einer Begeisterung bei der Erkundung von Schule und Familie „in der Fremde“. Beim Abschied nach drei Tagen flossen bereits ein paar Tränen, aber der Gegenbesuch stand ja noch bevor: Man würde sich bald wieder sehen!
Hanspaul Müller, Bezirksschule Aarau


Marc Schlagenhauf  |  Stand: 12.05.2016