Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen

IPSA SCIENTIA POTESTAS EST

Müllverwertung und Biogas

Ein wichtiger Aspekt der nach Nachhaltigkeit ist die Weiterverwendung oder Wiedernutzbarmachung unserer Abfallprodukte. Wir (die 10b und J1b) haben uns an der Projekttagen mit der Verwertung dieser Abfallprodukte beschäftigt.

Im Rahmen der Projekttage haben wir uns über moderne Tierhaltung informiert. Diese betrifft Nutztiere, also Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Unterschieden wird zwischen intensiver, also auf Leistung bedachte, und extensiver Landwirtschaft.

Ein Beispiel ist die Rinderhaltung. Es gibt Milchvieh- und Mutterkuhhaltung. Die Milchkühe stehen im Stall, die Mutterkühe dagegen auf der Weide. Die Mutterkühe tragen 9 Monate und bringen dann ein 40 kg schweres Kalb zur Welt, das nach etwa 2 Jahren selbst kalbt. Gefüttert wird Heu, Gras und Silage. Die Gülle wird außerdem für die Biogasanlage verwendet.

Ein weiteres Beispiel ist die Schweinehaltung, bei der es die Bereiche Ferkel, Aufzucht und Mast gibt. Die Mastschweine haben ein Startgewicht von ca. 25 kg und nehmen innerhalb von 3-4 Monaten 90 kg zu. Die Schweine bekommen mit Wasser verdünntes Getreide, Soja, Erbsen und Öl und dazu Stroh.

Bei der modernen Tierhaltung werden die Tiere in großen Ställen gehalten. Bei Kühen umfassen die Anlagen ca 1000 Tiere, bei Schweinen zwischen 1000 bis über 5000 Tiere und bei Geflügel bis zu 10.000 Tiere.
Die neuen Großanlagen müssen dabei strenge Tierschutzvorschriften einhalten. Je neuer eine Anlage ist, desto höher sind die Standards. Bei einer großen Anlage stehen also viele Tiere auf engem Raum, jedoch sind die Bedingungen für diese nicht unbedingt schlecht.

 

Im Rahmen der Projekttage zum Thema Nachhaltigkeit besichtigten wir, am Freitag den 24.07.2015, den Schindertteich (ehemalige Mülldeponie Reutlingen/Tübingen).

Dieser wurde am 01.06.2005 geschlossen, da er den aktuellen Umweltschutzvorgaben nicht mehr gerecht wurde und die Stadt ihren Müll nun in Müllverbrennungsanlagen nach Stuttgart bringt und dieser dort energetisch verarbeitet wird.

Die Mülldeponie Schinderteich wurde 1958 in Betrieb genommen, zuerst nur von der Stadt Reutlingen und schloss sich dann im Jahre 1978 mit dem Landkreis Tübingen zusammen, zuerst nur in der Fuktion als Mülllagerungsstelle. In den späten 90ern wurde dann zum ersten Mal der Müll getrennt und die Müllproduktion der Bevölkerung stieg stark an. Aufgrund dessen mussten viele Mülldeponien erweitert und renoviert werden da sie auf eine solche Mülltrennung nicht angelegt waren.

Die ehemalige Mülldeponie wurde seit den letzten Jahren renaturiert, indem der Müll durch eine Plastikfolie von dem Untergrund abgetrennt wird und dann von verschiedenen Schichten wie Kies,Sand,Lehm und Erde bedeckt wurde, damit auf der obersten Schicht wieder Bäume gepflanzt werden können.Die Biogase, welche im Inneren des Müllberges entstehen, werden über ein Leitungssystem zu einer Biogasanlage abgeleitet und dort genutzt um Energie und Wärme zu erzeugen(Link zu Biogasanlage einfügen).

 

1. Arbeitsbereich: Landwirtschaftlicher Betrieb/Forschung
2. Arbeitsbereich: Erträge/Biogasanlage

Aufbau der Biogasanlage:
Sie besteht aus einem Nachgärlager, in dem das Gas gespeichert wird, zwei luftdichten Fermentern, in denen „warme gequirlte Scheiße“ auf 40 °C erhitzt wird, damit sich Bakterien bilden können, Pumpen, einem Motor (ein Blockheizkraftwerk) und verschiedenen anderen Geräten.

Der Geruch kommt vom Ammoniak und verschiedenen Säuren.

Biogas besteht aus Methan, Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff und Spurengasen (z. B. Wasserstoff, Sauerstoff).

Gasverwertung: Verbrennung, Heizung, Direktverwertung (z. B. Motoren) und Filterung (alles außer Methan raus, da Methan speicherbares Gas ist und somit die wertvollste erneuerbare Ressource).

40 % der Energie wird effizient in Elektrizität umgewandelt, der Rest in Wärme.

 

Durch Tierhaltung entstehen viele wichtige Produkte, auf deren Qualität wir mehr und mehr Acht geben. Um die angestrebten Standards zu erreichen, ist eine nachhaltige Tierhaltung essentiell. Die Aspekte Platz, Komfort, Futter und Entscheidungsfreiheit der Tiere sind dabei besonders wichtig.

Je besser es den Tieren geht, desto länger leben sie und können dementsprechend mehr Produkte liefern. Dabei ist in sämtlichen Viehbetrieben der Produktionsgedanke sehr zentral und die Tiere werden als Nutz- und Leistungsobjekte angesehen, da sie – vor allem Landwirten – die Lebensgrundlage bieten.

Exkremente der Tiere sowie von Menschen produzierter Müll (wie z. B. Wurstverpackungen) bringen neue Probleme: Der größte Teil des anfallenden Mülls wird von der städtischen Müllentsorgung getrennt, um möglichst nachhaltig Rohstoffe wiederverwenden zu können, aber auch um anfallenden Biomüll zu kompostieren. Den entstehenden Kompost kann man daraufhin wiederverwenden. Schadstoffe werden ebenfalls herausgefiltert. Die Mülltrennung dient dem möglichst nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen.

Exkremente von Tieren vor allem aus der Tierhaltung werden jedoch zur Gewinnung von Biogas genutzt. Sie bietet eine Möglichkeit zum Umstieg auf erneuerbare Energien. Durch zahlreiche staatliche Subventionen werden dafür Anreize geschaffen.

Obwohl eine Biogasanlage schon nach 8 – 10 Jahren wirtschaftlich ist, entwickelt sich ein anderes Problem: Biogas ist bei weitem nicht so bedarfsdeckend, wie andere Energien, weswegen zur vollständigen Versorgung durch erneuerbare Energien noch zusätzlich Wind- und Solarenergie benötigt werden.

Außerdem ist im Ernstfall (überschüssiges Gas wird üblicherweise verbrannt) entweichendes Methangas 25mal schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Auch Monokulturen können durch Biogasanlagen gefördert werden, was langfristig zur Unbrauchbarkeit des Bodens für die Landwirtschaft führt. Deswegen sollte der Einsatz von Biogas durchaus auch kritisch betrachtet werden.

Wir sind der Meinung, dass Biogas eine wichtige Rolle in einer zukünftigen nachhaltigen Energieversorgung Deutschlands spielen wird und auch sollte. Aufgrund der Speicherbarkeit des Gases (im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie) ist dieses nämlich auch in Zeiten ohne Wind und starke Sonneneinstrahlung zur Stromerzeugung nutzbar und kann so Versorgungsengpässen vorbeugen.


Marc Schlagenhauf  |  Stand: 26.06.2016