Schwäbisch? „I glaub, i spinn!“ – Unser Tag mit Johannes F. Kretschmann

Ein ganz normaler Schultag? - Nein, nicht am 13.12., denn Johannes F. Kretschmann war zu Besuch und stellte direkt die Frage: „Wer von uich schwätzt no an Dialekt?“ Ein paar Hände gingen hoch, manch einer schaute „interessiert“ auf den Tisch.
Dann tauchten wir mit dem studierten Dialektologen ein in die Welt des Schwäbischen: Woher kommt der Dialekt, warum klingt er manchmal wie eine Geheimsprache und wieso verstehen ihn nicht alle sofort?
Ein Highlight: ein Buch nur mit schwäbischen Schimpfwörtern. Grasdackel, Lombaseggl, Drecksbell. Zur Verunglimpfung des Gegenübers finden sich hunderte anschauliche Formulierungen.
Danach ging es um Betonung, Aussprache und schwäbische Rechtschreibung. Wer hätte gedacht, dass Dialekt fast wie eine Fremdsprache sein kann?
Unsere Kreativität wurde gefordert beim Thema Gedichte: Erst hörten wir ein schwäbisches Gedicht, dann schrieben wir in Gruppen unsere eigenen. Diese wurden sogar von einer Jury bewertet. Zum Abschluss trug Herr Kretschmann noch eines seiner Gedichte vor, eine gruselige „Goischdergschicht“ von der Donau.
Nach unserem Programm ging Herr Kretschmann noch in eine achte Klasse. Anschließend ging es für uns weiter zu Radio „Neckaralb Live“ mit acht Schülern, Frau Lang und Herrn Kretschmann. Wir alle wurden von Radiochef Christian Filip zu unserem Gebrauch des Dialekts interviewt. Sowohl die Dialekt-Profis als auch die Anfänger.
Fazit des Tages: Schwäbisch genauer kennenzulernen war lustig, überraschend und definitiv mal etwas anderes. Und wer weiß, vielleicht hört man jetzt öfter ein kleines „Ha noi!“

Reporterin: Martha Labidis, 10b